Donnerstag, 29. April 2010

Nachts.

Mir ist so übel, dass ich es kaum noch schaffe die Tür hinter mir zu schließen.
Die Säure brennt in meinem Hals. Bitterer Geschmack und der Gestank von fremder Pisse.
Ich höre Stimmen, Lachen, Weinen. Alles verhallt. Mir ist einfach nur schlecht, glaube ich.
Trotzdem regen mich diese bescheuerten Tussis auf, die weinen weil sie ihren Freund mit der Bar-Nutte erwischt haben. Naivität und Blindheit. Haben die nix besseres zu tun?
Die Spülung funktioniert nicht richtig.
Bevor ich die Toilette verlasse schaue ich mich gezwungener Maßen im Spiegel an. Eigentlich ist mir scheißegal wie ich aussehe. Alles scheißegal.
Rote Augen, dunkle Schatten, blasse Haut, strähniges Haar. Lebendig oder tot?
Mein Mund ist ganz rot vom Kotzen.
Dann stürze ich mich wieder ins Getümmel. Unter diese ganzen Möchtegern-Stylos und Möchtegern-Models und Möchtegern-Dünnen und Möchtegern-Schönen und Möchtegern-Bonzen. Scheiße, alle kotzen sie mich an diese selbstverliebten Nachtgestalten, die auf der Suche sind nach... Ja was eigentlich? Dem totalen Absturz? Einem netten Spontanfick? Oder der großen Liebe?
Der Bass vibriert in meinem Kopf, ich glaube, dass ich mit 50 schon taub sein werde.
Alles ist so schwer an mir. Eigentlich habe ich gar keine Lust mehr, trotzdem tanze ich. Tanze und tanze. Und nehme nichts mehr um mich herum wahr.
Lichter und Dunkelheit. Stille und ohrenbetäubender Krach. Parfum und Schweißgeruch.
Alles und Nichts.

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